Stilsucht

Vienna Design Week 2012

Die Vienna Design Week unterscheidet sich in einigen Details sehr deutlich von anderen Design Weeks auf der ganzen Welt. So gibt es beispielsweise keine Messe, die als Kernveranstaltung Platz für verschiedene Satelliten bietet. Vielmehr wird tatsächlich die ganze Stadt zur gleichberechtigten Bühne der Vienna Design Week und so sind die einzelnen Projekte und Events auch überall verteilt zu finden. Damit das nicht zu verwirrend wird und man als Besucher nicht weiß, wohin man eigentlich zuerst gehen sollte und wo genau jetzt eigentlich die interessantesten Dinge passieren, bietet die Vienna Design Week geführte Touren an. Eine großartige Idee, um wirklich nichts zu verpassen, aber auch, um mit Designern und Künstlern direkt in Kontakt zu kommen.



So folgte ich der Einladung des Sofitel Vienna Stephansdom sehr gern, um mir selbst ein Bild zu machen. Das von Jean Nouvel entworfene Fünf-Sterne-Superior Hotel ist ein wirklich perfekter Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Alle Zimmer sind entweder ganz in weiß, grau oder schwarz gehalten und man braucht wirklich keine Angst vor der in Wien meist anzutreffenden Plüschigkeit, vergangener Zeiten zu haben. Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist entwarf fünf Decken, die abends illuminiert werden und dem vom außen dunkel wirkenden Turm plötzlich Farbe verleihen. Im 18. Stock kann man die rundum atemberaubende Aussicht und eine ausgezeichnete Küche genießen.


Direkt an das Hotel grenzt das Stilwerk Wien, dem Konzept des Hauses folgend gab es hier verschiedene Projekte und Ausstellungen der Vienna Design Week. Neben dem Recycling Design Preis und der Berliner Galerie Helmrinderknecht haben breadedEscalope im Atrium eines der für sie typischen Mitmach-Projekte umgesetzt. Misfits Revisited entstand in Kooperation mit Thonet, aus Ausschußmaterial und halbfertigen Rohlingen konnte jeder sein eigenes Sitzmöbel entwerfen und nach dem Ende der Design Week mit nach Hause nehmen.


Unter dem Titel “Passionswege” werden jedes Jahr traditionelle Handwerksbetriebe und junge Designer zusammengeführt, um im Rahmen der Design Week neue Projekte und Ideen zu präsentieren. Dabei gibt es keine festen Vorgaben und Restriktionen, es muss also nicht zwingend ein greifbares Produkt entstehen. Dementsprechend kreativ fallen die Ergebnisse der Zusammenarbeit oft aus, die Bandbreite reicht von Social Design Projekten bis zur produktionsreifen Kristallleuchte.




Vor allem der Ansatz des Social Designs fand in Wien eine große Bühne. Die Integration von Zuwanderern, Sozialschwachen und Arbeitslosen in das reguläre Leben durch gestalterische Aspekte funktioniert erstaunlich gut und sollte an viel mehr Orten zum Einsatz kommen. Auf der anderen Seite werden angestaubte Klischees und Traditionen mit frischen Ideen belebt und in einen neuen Kontext gebracht. So entstehen fantastische Projekte und Produkte, die der in Wien allgegenwärtigen Vergangenheit einen hübschen Kontrast geben, ohne als Fremdkörper zu wirken. Mehr Infos zu den einzelnen Kooperationen und Ideen, die zwischen 28. September und 7. Oktober entstanden finden sich natürlich auf der Website der Vienna Design Week.

Link: Vienna Design Week
Link: Sofitel Vienna Stephansdom
Link: Stilsucht Fotogalerie

Die gesamte Reise wurde von Sofitel finanziert und organisiert, dabei wurde aber keinerlei Einfluss auf die Inhalte dieses Artikel oder die Fotos genommen.

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